Selbstorganisiertes Lernen – Das Grundprinzip unserer Arbeit
Ausgangspunkt unserer Arbeit ist die Erkenntnis, dass Lernprozesse stets selbstorganisiert erfolgen – auch wenn das äußerlich nicht immer diesen Anschein erweckt. Das Prinzip der Selbstorganisation findet sich überall – in Gehirnen, Organismen, Teams, Organisationen und damit auch in Schulen, betrieblichen Abteilungen, Universitäten usw. Ziel unserer Arbeit ist es, eine Lernkultur zu etablieren, in der dieses natürliche Lebensprinzip berücksichtigt wird. Die Rolle der Lehrperson verliert dabei nicht an Bedeutung – sie verändert sich: Sie ist nicht dafür verantwortlich, Lernenden etwas beizubringen, sondern ihnen effektives Lernen zu ermöglichen. Dazu bleiben fachspezifische Kompetenzen ebenso unerlässlich wie pädagogische. Die Notwendigkeit dieses Rollenwechsels ist keine Frage des Glaubens, sondern wird durch Erkenntnisse und Theorien der Lernwissenschaften gestützt. Das Gehirn kann – so der einhellige Kanon der Lernwissenschaften – gar nicht anders als selbstorganisiert lernen. Die Lernumgebung darauf abzustimmen ist das Ziel von SOL nach Herold. Es handelt sich damit um eine Konzeption, die weit über pädagogischen Idealismus oder eine Sammlung verschiedener Unterrichtsmethoden hinaus geht. Sie ist vielmehr ein grundlegendes Verständnis von Lernen – und funktioniert für Schüler, Lehrer, Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen wie für jeden anderen Menschen.
Entstehungsgeschichte